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Kate Konovkas Atelier in Delmenhorst — Morgenlicht über Staffeleien und farbbeflecktem Boden

Atelier · Delmenhorst, Deutschland

Das Atelier

Wo jedes Gemälde beginnt — in Stille,
Licht und dem Geruch von Leinöl.

„Ein Atelier ist nicht nur ein Raum. Es ist eine Atmosphäre — das besondere Licht durch Nordglas, der geschichtete Geruch von Terpentin und getrocknetem Pigment, die Stille, die anhaltende Aufmerksamkeit erst möglich macht.“

Kate Konovka
Ort
Delmenhorst, Niedersachsen
bei Bremen
Raum
Ehemaliges Industrieloft
ca. 55 m² mit Nebenraum
Licht
Norddachfenster
gleichmäßiges, schattenfreies Tageslicht
Atelierbesuche
Nach Vereinbarung
Besuch anfragen →
Der Hauptmalbereich — zwei große Staffeleien am Norddachfenster
Kate bei der Arbeit an einer großformatigen Leinwand — Nachmittagssitzung
Der Mischbereich — Reihen von Farbtuben und eine gut benutzte Palette

Der Raum

Ein Raum,
gebaut fürs Sehen

Das Atelier liegt in einem umgebauten Industrieloft in Delmenhorst — einer still-industriellen Stadt westlich von Bremen, in die Kate 2022 aus der Region Odessa kam. Sie wählte den Raum wegen seines Norddachfensters: ein langes Glasband, das jenes gleichmäßige, richtungslose Licht liefert, auf das Malerinnen für genaue Farben angewiesen sind.

Eine Wand ist vom Boden bis zur Decke mit aufgespannten Leinwänden in verschiedenen Stadien bedeckt. Eine andere trägt Regale mit Farbtuben, Malmitteln und Referenzmaterial aus einem Jahrzehnt Reisen durch Island, Madeira, Ostafrika und Marokko. Der Boden ist farbbefleckter Beton — kein Zufall, sondern Jahre der Nutzung.

Es gibt zwei Staffeleien. Die größere trägt Leinwände in Arbeit; die kleinere ist Studien vorbehalten. Dazwischen ein kleiner Tisch mit Glaspalette, nach Größe sortierten Pinseln und einem Glas raffiniertem Leinöl, das jeden Montag gewechselt wird.

  • 55-m²-Loft mit Norddachfenster + Nebenraum als Lager
  • Zwei Staffeleien — aktive Arbeit + Studien
  • Konstante 18–20 °C, klimatisiertes Lager für fertige Werke

So entsteht ein Werk

Der Prozess

Jedes Original durchläuft vier Stadien — von der ersten Skizze bis zum letzten Firnis. Es gibt keine Abkürzungen. Ölfarbe besteht auf ihrem eigenen Zeitplan.

Skizzenbücher und Referenzfotos auf dem Ateliertisch

Beobachtung
& Referenz

Nichts berührt die Leinwand, bevor das Motiv verstanden ist. Kate arbeitet mit Skizzenbüchern, eigenen Fotografien und langen Phasen direkter Beobachtung — in der Landschaft, auf Reisen, im genauen Studium eines bestimmten Lichts.

Studien entstehen in Bleistift und Aquarell, oft Dutzende, bevor eine Komposition aufs Leinen kommt. Das Skizzenbuch ist das eigentliche Atelier: kompakt, unmittelbar, ehrlich.

Üblicherweise 1–4 Wochen vor der Arbeit an der Leinwand

Vorbereitung
des Malgrunds

Kate arbeitet fast ausschließlich auf belgischem Leinen, von Hand aufgespannt und doppelt grundiert. Die Wahl der Grundfarbe — warmes Ocker, kühles Grau oder neutrales Weiß — bestimmt die Temperatur von allem, was darüber gemalt wird.

Keine Farbe wird gemischt, bevor der Grund mindestens eine Woche getrocknet ist. Das lässt sich nicht beschleunigen, ohne die Langlebigkeit des Werks zu gefährden.

1–2 Wochen Vorbereitung, je nach Grundierungsschichten

Rohes Leinen auf Keilrahmen — der Grund vorbereitet und trocknend
Ölfarbschichten bauen Tiefe auf — Pinselstriche an den Formrändern sichtbar

Aufbau
in Schichten

Das Bild entsteht in Etappen: Eine dünne, schnell trocknende Untermalung in Umbra legt Werte und Komposition fest. Über mehrere Sitzungen kommt Farbe hinzu — transparente Lasuren und deckende Passagen arbeiten zusammen.

Jede Schicht muss grifftrocken sein, bevor die nächste folgt — eine Disziplin, die die Farbe selbst erzwingt. Kate arbeitet meist an zwei oder drei Werken parallel, sodass eines trocknet, während ein anderes Aufmerksamkeit bekommt.

Der Pinselduktus im fertigen Werk stammt nicht aus einer Sitzung. Er ist die Summe vieler Entscheidungen — manche bewahrt, andere abgeschabt.

4–12 Wochen aktiver Malerei über viele Sitzungen

Vollendung
& Signatur

Bevor ein Werk das Atelier verlässt, ruht es mindestens sechs Monate — lange genug, damit das Öl vollständig polymerisiert und die Oberfläche sich stabilisiert. Erst dann folgt der abschließende Dammar- oder Mastixfirnis, der die Oberfläche vereinheitlicht und vor Staub und UV-Licht schützt.

Kate signiert und datiert jedes Werk rückseitig, ergänzt eine handschriftliche Notiz mit Titel und Serie und trägt die eindeutige Referenznummer ein. Das zugehörige Echtheitszertifikat wird ausgestellt, signiert und versiegelt.

Anschließend wird das Werk unter kalibriertem Atelierlicht fotografiert und für den Versand verpackt.

6+ Monate Trockenzeit, bevor ein Werk zum Verkauf steht

Der letzte Firnis ist aufgetragen — die Oberfläche vereint, bereit, das Atelier zu verlassen

Werkzeuge des Handwerks

Material

Keine synthetischen Abkürzungen. Jedes Material ist nach Qualität und Beständigkeit gewählt — dieselbe Verpflichtung zur Langlebigkeit, die diese Werke über Jahrhunderte erhalten wird.

  • Aufgespanntes belgisches Leinen auf Keilrahmen

    Belgisches Leinen

    Feinkörnig, von Hand aufgespannt. Wegen Langlebigkeit und Textur der Baumwolle vorgezogen.

  • Ölfarbtuben und eine Glaspalette

    Künstlerölfarben

    Old Holland, Williamsburg und ausgewählte Berliner Hersteller. Hohe Pigmentierung, keine Füllstoffe.

  • Trockenpigmente in Gläsern — Erdtöne und Mineralfarben

    Trockenpigmente

    Erdfarben, Ocker und Mineralien, frisch gerieben. Für bestimmte Passagen in Öl angemischt.

  • Kolinsky-Rotmarderpinsel verschiedener Größen auf einem Tuch

    Kolinsky-Rotmarder

    Rund-, Katzenzungen- und Flachpinsel. Nach jeder Sitzung mit milder Seife gereinigt, in Form gebracht und stehend gelagert.

  • Glas mit kaltgepresstem Leinöl neben einem Palettmesser

    Kaltgepresstes Leinöl

    Das wichtigste Malmittel. Jede Woche ein frisches Glas. Kein Standöl — das Werk muss beim Trocknen atmen.

  • Eine Flasche Dammarfirnis — die letzte Schutzschicht

    Dammarfirnis

    Naturharz, gelöst in Testbenzin. Reversibel, UV-beständig und archivfest — die traditionelle Wahl für Ölgemälde.

Hinter dem Werk

Ein Tag im Atelier

Malerei ist nicht Inspiration plus Ausführung. Sie ist eine Disziplin aus kleinen Ritualen und langen Stillen.

  1. 6:30

    Kaffee & Skizzenbuch

    Der Tag beginnt, bevor das Atelier öffnet. Ein Blick auf die Skizzen von gestern, neue Notizen zu Farbe oder Komposition und die Fotos vom Spaziergang des Vortags.

  2. 8:00

    Hauptsitzung — volles Tageslicht

    Das Norddachfenster ist in den meisten Jahreszeiten von 8 bis 12 Uhr am besten. Dieses Fenster ist der anspruchsvollsten Arbeit vorbehalten: Farbentscheidungen, Schlüsselpassagen, alles, was genaues Urteil verlangt. Keine Musik. Keine Unterbrechungen.

  3. 12:30

    Fotos & Abstand

    Ein Foto mit kalibrierter Handykamera zeigt, was das Auge übersieht. Abstand verändert alles. Eine Leinwand, die auf Armlänge fertig wirkt, offenbart auf dem Foto oder vom anderen Ende des Raums oft ungelöste Stellen.

  4. 14:00

    Detailarbeit & Lasuren

    Der Nachmittag gehört der Geduld. Lasuren — dünne, transparente Farbschichten — kommen auf Stellen, die Tiefe ohne Deckung brauchen. Palettmesserarbeit. Feine Pinsel. Die Teile, die am längsten dauern und auf der fertigen Oberfläche am wenigsten zu sehen sind.

  5. 17:00

    Reinigen & Abschließen

    Pinsel werden der Reihe nach gewaschen — erst Testbenzin, dann milde Seife und warmes Wasser, in Form gebracht, stehend gelagert. Palette abgeschabt. Gläser verschlossen. Das Atelier bleibt in Ordnung für den nächsten Morgen.

  6. Abends

    Recherche & Referenz

    Bücher, Museumsarchive, Reisebilder. Kate führt eine Referenzbibliothek, geordnet nach Farbtemperatur, Atmosphäre und Motiv. Ein Abend mit Caspar David Friedrich oder Fotografien von einem marokkanischen Markt ist nie verloren.

Nach Vereinbarung

Kommen Sie vorbei

Die Werke erlebt man am besten persönlich. Atelierbesuche sind möglich für Sammlerinnen, Kuratoren und alle mit ernsthaftem Interesse an der Malerei. Sie sehen fertige Werke, Arbeiten im Entstehen und den Raum, aus dem sie kommen.

Besuche dauern üblicherweise 45–90 Minuten und können ein Gespräch über den Prozess, Auftragsarbeiten oder eine bestimmte Serie einschließen.