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Kate Konovka in ihrem Atelier in Delmenhorst Atelierporträt · Delmenhorst, 2024

Die Künstlerin

Kate
Konovka

Delmenhorst, Deutschland · geb. in der Region Odessa, Ukraine

„Ich male, um die Zeit zu verlangsamen. Ein Bild ist fertig, wenn ich aufgehört habe, ihm etwas hinzufügen zu wollen.“

Biografie

Kate Konovka wuchs am Schwarzen Meer auf, in einer kleinen Stadt östlich von Odessa, wo das Sommerlicht tief einfällt und stundenlang bernsteinfarben bleibt. Sie studierte Malerei in Odessa und verbrachte ihre Zwanziger mit Arbeiten, in denen es weniger um die Küste selbst ging als um die Aufmerksamkeit, die die Küste verlangt — die Disziplin, etwas Gewöhnliches so lange anzusehen, bis es aufhört, gewöhnlich zu sein.

Der Krieg, der ihre Region 2022 erreichte, unterbrach alles. Sie ging mit einer Tasche und einer Mappe, zog westwärts durch mehrere Länder und fand sich schließlich in Delmenhorst wieder — einer stillen, postindustriellen Stadt bei Bremen in Norddeutschland. Dort fand sie ein Atelier: Fenster nach Norden, hohe Decken, die besondere Stille einer Stadt, die kein Selbstbild zu pflegen hat. Seitdem arbeitet sie dort.

Das Reisen war immer Teil ihrer Praxis — aber nicht die Art, die in Galerien oder auf Kunstmessen endet. Kate zieht es an Orte, an denen Landschaft sich weigert, dekorativ zu sein: Island im Januar, wenn das Tageslicht nie ganz ankommt; das vulkanische Innere Madeiras nach einer Woche Atlantikregen; der Sahararand Marokkos; die Küste Ostafrikas, wo sie einen Monat lang lernte, dass Farbe sich nicht so verhält, wie europäische Maler annehmen. Von diesen Reisen kehrt sie ohne Fotos zurück — nur mit Erinnerung und der produktiven Verunsicherung, etwas gesehen zu haben, das in keine bestehende Kategorie passt.

Ihre aktuellen Arbeiten entstehen vor allem in Öl auf Leinen: langsame, transparente Schichten, über Wochen aufgebaut und dann abgeschabt, bis die Oberfläche etwas hält, das sich nicht hätte planen lassen. Auf Papier — in Aquarell oder Walnusstusche — folgt sie der entgegengesetzten Disziplin: eine Sitzung, keine Korrektur, volles Vertrauen ins Material. Die beiden Werkgruppen stehen, sagt sie, in ständigem Gespräch miteinander.

Über die Praxis

Ich male, um die Zeit zu verlangsamen. Ein Bild ist fertig, wenn ich aufgehört habe, ihm etwas hinzufügen zu wollen — meist irgendwo zwischen drei Wochen und einer Jahreszeit.

Ihr Prozess beginnt nicht an der Leinwand, sondern vor einem Motiv — einem Fenster, einem Feld, einem Licht, das nicht bleiben will. Die ersten Striche überleben selten. Was zählt, ist die angesammelte Zeit des Schauens, die irgendwann eine Art Erlaubnis zur Vereinfachung gibt. Das fertige Bild ist immer stiller als der ursprüngliche Impuls.

Orte, die
das Werk verändert haben

Kate reist bewusst abseits der Touristenpfade. Dies sind drei Orte, deren Licht sie noch immer verarbeitet.

Isländische Winterlandschaft — schwarze Lavaküste unter tiefem Himmel

Island · Januar

Drei Wochen im Norden, wenn die Sonne kaum über den Horizont kommt. Das Licht fällt seitlich ein, bleibt blau und verändert alles, was man über Weiß zu wissen glaubte.

Madeira — Vulkanklippen über dem Atlantik

Madeira · Herbst

Der Atlantiknebel bleibt tagelang. Die Farben flachen ab. Die Vegetation ist absurd gesättigt. Hier lernte sie, Widerspruch in einem einzigen Bild zu halten.

Ostafrika — weite offene Landschaft unter Äquatorhimmel

Ostafrika · Trockenzeit

Ein Monat nahe dem Äquator. Licht, so direkt, dass es den Schatten völlig auslöscht. Sie kam mit der Überzeugung zurück, dass die europäische Malerei Hitze als Farbe unterschätzt.

Ausgewählte
Momente

  1. 2006
    Beginnt ernsthaft zu malen Autodidaktisch, nach der Beobachtung arbeitend, in Odessa.
  2. 2014
    Erste Einzelausstellung Galerie Piwden, Odessa. 18 Ölgemälde zum Thema Innenraumlicht.
  3. 2018
    Residency in Island Drei Monate auf der Halbinsel Snæfellsnes. Grundstein der Serie Northern Quiet.
  4. 2021
    Gruppenausstellung — Kyjiw „New Ukrainian Painting“, Mystezkyj Arsenal. Eine von 24 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern.
  5. 2022
    Umzug nach Deutschland Verlässt die Region Odessa nach dem russischen Überfall. Gründet ihr Atelier in Delmenhorst.
  6. 2023
    Gruppenausstellung — Bremen „Displaced Voices“, Städtische Galerie Bremen. Ein Werk für die ständige Sammlung angekauft.
  7. 2024
    Serie Northern Quiet abgeschlossen Zwölf Gemälde, entstanden als Antwort auf die Ostseeküste.
  8. 2025
    Garden Studies & Stuttgart Interiors Zwei neue Werkgruppen, parallel begonnen. Jetzt im Atelier erhältlich.

Das Atelier

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Das Delmenhorster Atelier steht Sammlerinnen und Sammlern nach Vereinbarung offen. Besuche dauern etwa eine Stunde — Sie sehen Werke in Arbeit, fertige, noch nicht gelistete Gemälde und manchmal das Bild, an dem sie gerade malt. Auftragsarbeiten werden individuell besprochen; die Vorlaufzeit beträgt üblicherweise drei bis fünf Monate.